Konny Looser (BiXS Team Fahrer) und Lukas Kaufmann belegen den 7. Gesamtplatz beim Brasil Ride 2019

Der Brasil Ride zählt zur grössten Mountainbike-Herausforderung auf dem amerikanischen Kontinent und fand vom 20. bis 26. Oktober 2019 in und um Bahia - Brasil statt. Der Event läuft über mehrere Tage mit einer Gesamtlänge von 600 km und einer Höhendifferenz von 13'000m. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf 500 Plätze begrenzt.


Belohnt wurden Konny Looser und Lukas Kaufmann mit dem 7. Gesamtplatz!


BiXS und intercycle gratulieren Konny und Lukas für diese Leistung.


Nachfolgend der Tagebuchbericht von Konny:

Prolog, Rang 4

Rang 4 zum Auftakt! Und mit Sicherheit weiss ich jetzt, wie sich eine Kartoffel im Dampfkochtopf fühlen muss, bis sie gegart ist! Um 13.09 Uhr, also bei grösster Mittagshitze wurden wir mit der Startnummer 13 ins Rennen geschickt und die nächsten 45 Minuten Vollgas waren sicher alles andere als „gesund“ für meinen Herz-Kreislauf.

Anders wie bei den üblichen Etappenrennen wurde nicht jedes Team einzeln, sondern immer zwei Teams gemeinsam alle 90 Sekunden los geschickt. Wir starteten verhalten, damit wir nicht gleich nach der ersten „Welle“ kollabieren würden. Das ist nämlich genau das Tückische in der Hitze. Man kann oder darf nie überdrehen, weil ansonsten man wie beim Auto einen sprichwörtlichen Motorschaden erleidet und dann gar nichts mehr geht!
Das Problem ist auch, dass der Pulsschlag selbst bei kurzen Verschnaufpausen nicht runter geht, da der Körper zu sehr mit der Temperaturregelung beschäftigt ist.

Die 20 Km lange Strecke liess sowieso keine Verschnaufpausen zu und so ist das Rennen schnell erzählt. Wir ergänzten und super und jeder fuhr einfach so schnell er konnte. Unsere Begleiter wurden wir leider nie los und sie halfen auch nicht beim Tempobolzen. Dies war auch fast nie möglich, denn der Grossteil führte über Singletrails. Am Ende erreichten wir die Viertschnellste Tageszeit und sind damit mehr als zufrieden. Die Tagessieger Fumic & Avancini gewannen mit 50 Sekunden Vorsprung auf die Zweiten Schelb & Finni überlegen. Weitere 13 Sekunden dahinter folgte Europameister Ferreira & Becking und dann weitere 40 Sek dahinter wir zwei. Hinter uns war‘s dann wesentlich enger und die folgenden 3 Teams trennten keine 10 Sekunden. Ich bin sehr zufrieden, denn hinter uns gab es doch Einige, die ich vor uns gesehen hatte.

Den Prolog darf man natürlich nicht überbewerten und die Abstände werden am Ende kaum ins Gewicht fallen. Denn Morgen stehen bei der 1. Etappe über 140 Km auf dem Programm und da werden es mit Sicherheit keine Sekundenabstände mehr sein!

Carboloading ist heute sicherlich angebracht!

 

1.Etappe, Rang 6

Tut mir leid Leute, aber das ist wohl der einzige Begriff, der auf mein Befinden nach der heutigen Zieldurchfahrt zutrifft! Das war mit Sicherheit einer meiner schwersten Tage bei einem Etappenrennen. 143 Km und 2’500 Höhenmeter waren die Eckdaten, doch dazu kamen extrem schwere Bedingungen.

Am Start fing es vollgas an zu regnen, doch das erste Mal in diesem Jahr freute ich mich darüber, denn der Regen war so schön warm und wesentlich angenehmer als die brennende Sonne. Die ersten 11 Km waren extrem hektisch. Denn ab da folgte der erste, 5 Km lange Singletrail und alle wollten vorne sein. Die Sandstrassen waren gespickt mit Schlaglöchern und durch den Regen konnte man kaum was sehen. Trotzdem gelang es uns, unter den ersten 10 in den Trail zu kommen und so waren wir in bester Gesellschaft.

Der Stress war rückblickend umsonst, denn danach folgten 50, mehrheitlich flache Kilometer und die Gruppe füllte sich wieder auf, da niemand richtig fahren wollte. Es hätte aber auch anders kommen können und dann wären wir dabei gewesen. Wir hielten uns stets in den ersten 10 Positionen auf, denn vorne war es viel sicherer als hinten, wo man nichts sehen konnte.

Das erste Mal richtig zur Sache ging es dann nach 70 Km. Ein kurzer Trail und danach zwei scharfe Anstiege dezimierten die Spitzengruppe. Der Regen hatte zu jenem Zeitpunkt aufgehört und dafür brennte nun die Sonne unerbittlich! Ich konnte beide Male mitgehen, doch kurz danach war fertig. Ich kann das Gefühl schlecht beschreiben aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Der Motor stellte einfach ab und die Beine brannten auf eine Art und Weise, die ich bislang nicht kannte. Die Hitze drückte dermassen in den Kopf, dass ich beinahe vom Bike fiel. Ich musste die Spitzengruppe ziehen lassen und mein Tempo war für die nächsten paar Km nicht mehr hoch. Ich hatte sogar Fragezeichen, dass ich das Ziel überhaupt erreichen würde.

Lukas musste auf mich warten und zum Glück konnte ich mich wieder fangen und ab da fuhren wir dann ein konstantes, gleichmässiges Tempo weiter. Die Anstiege sind genauso, wie wir sie bei uns nicht kennen. Zu lang, um Vollgas drüber zu sprinten und zu kurz, um mit einem Rhythmus hinauf zu fahren. Dazu teilweise so abartig steil, dass ich sogar mit einer 34er Übersetzung kaum hinauf fahren kann. Richtig eklig einfach und total ungewohnt.

Zum Glück waren wir dann nicht die Einzigen, denen das Auf und Ab zu schaffen machten und so holten wir noch ein paar Teams ein. Ab 90 Km waren wir dann aber bis ins Ziel alleine unterwegs. Vor uns fuhren zwei Teams lange mit knapp 3 Minuten Abstand, doch leider kamen wir nicht mehr heran und am Ende waren wir beide einfach nur froh darüber, den Zielstrich am Ende auf Rang 6 überquert zu haben.

Der heutige Tag war eine komplett neue Erfahrung für mich. Eine solche Hitze habe ich nicht einmal in Australien erlebt und die Etappenlänge trug das übrige dazu bei, dass ich nach 5.23 Std. komplett erschöpft war. Zum Glück bekamen wir ein schön grosses Zelt, denn die nächsten 3 Nächte sind wir irgendwo weit weg von jeglicher Zivilisation und so fällt mir das Campen wenigstens ein wenig leichter.

Das Internet funktioniert noch nicht so ganz und so kann ich leider keine Fotos hochladen. Dies werde ich dann nachholen, wenn ich genügend Energie dazu habe!
Morgen stehen 2 Runden a 33 Km auf dem Programm. Frische Beine wären sicherlich von Vorteil!

 

2.Etappe, Rang 3

Yes! Erster Podestplatz beim Brasil Ride, wie cool ist das denn?!! Also nach meiner gestrigen Vorstellung hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich hier überhaupt einmal aufs Podest fahren würde. Doch bereits beim Einfahren hatte ich das Gefühl, dass sich die Beine ganz ok anfühlten. Gestern war es einfach vor allem lange und der Körper ausgelaugt von den Anstrengungen der Hitze und Distanz, doch muskulär war es nie so intensiv, dass ich komplett am Limit war.

Heute schaute das Ganze etwas anders aus, denn die Etappe umfasste 2 Runden a 37 Km (wurde durch die Regenfälle in der Nacht etwas verlängert) und dementsprechend intensiv sollte gefahren werden!

So kam es dann auch und gleich nach dem Start wurde Vollgas gefahren, doch mein gutes Gefühl beim Einfahren bestätigte sich zum Glück und so hatte ich kein Problem, mich an der Spitze aufzuhalten. Lukas hielt sich zurück und liess mich unsere Taktik bestimmen. Bis Km 17 folgte ein ständiges Auf und Ab und es war extrem hektisch, da sich alle vorne platzieren wollten, bevor es in den ersten Singletrail ging. Heute erfolgte der Start zum Glück erst um 9 Uhr und da es bedeckt war, war es nicht mehr ganz so heiss wie gestern, was mir sicher zu Gute kam!

Wir waren dabei, als die Post abging, doch im Trail fiel Lukas die Kette heraus und er musste kurz anhalten. Vorne setzten sich die Leader (DMT), Cannondale sowie Specialized ab. Nach dem Trail folgten wir mit kleinem Abstand und da die Gesamtvierten (die beiden Tschechen Hynek und Stosek, WM Zweiter und Siebter und meine eigentlichen Favoriten auf den Gesamtsieg) bei uns waren hoffte ich, dass sie die Lücke wieder schliessen würden. Doch beide konnten nicht und so fuhren wir die Lücke selber zu. Kurz vor der ersten Zieldurchfahrt fielen die zwei gar aus der Spitzengruppe.

Das Tempo war extrem hoch und vor allem Kulhavy spielte auf den flachen Abschnitten seine Stärke aus und so fielen nach der ersten Zielpassage auch noch die Prologzweiten (CST) aus der Gruppe und so waren wir nur noch 5 Teams, als es schliesslich das zweite Mal in den Singletrail ging.
Als dann Cannondale und DMT attackierten, versuchte nicht erst Kulhavy mitzugehen. Zu überlegen sind diese zwei Teams und sie werden wohl am Ende den Gesamtsieg unter sich ausmachen. Wir bissen uns an Specialized fest, doch bei uns war noch ein Brasilianisches Cannondale Team.

Am Ende kam es zum Sprint und die Chance auf einen Podestplatz liessen wir uns nicht nehmen und setzten uns schliesslich gegen unsere Begleiter durch! Was für ein tolles Ergebnis nach einem 3 Stündigen Cross Countryrennen! Gestern noch hinterfragte ich wieder einmal alles, doch schon heute konnte ich wieder mit den allerbesten der Welt mithalten und zeigen, dass ich es auf solchen Strecken drauf habe!

Morgen steht die Königsetappe mit 100 Km und 2’500 Hm auf dem Programm. Aktuell liegen wir auf dem 5ten Gesamtrang und diesen wollen wir ab jetzt halten! Ein Podestplatz haben wir jetzt in der Tasche und diesen kann uns keiner mehr nehmen. Ein wenig Druck fällt uns damit von den Schultern!

Ich bin mal gespannt, wie viel Schaden der heutige Tag verursacht hat ;)

 

3.Etappe, Rang 4

Auch nach einer super schweren ersten Etappe geht es tatsächlich noch extremer beim Brasil Ride! Die heutige Etappe bot eine der härtesten Strecken, die ich je gefahren bin und es ist schwierig, dazu die passenden Worte zu finden! Im Ziel war ich komplett erschöpft, doch auch unglaublich stolz nach dem Geleisteten!

Wir hätten heute genauso gut unsere Taschen packen können, denn nach 20 Km hatte Lukas einen schlimmen Sturz! Nach dem Start war es erneut extrem schnell und wir hatten beide grosse Mühe, uns im Feld ganz vorne zu behaupten. Kurz vor dem Sturz waren wir dann aber doch gut positioniert und die Strecke führte im ständigen Auf und Ab über Farmwege mit vielen Schlaglöchern. Durch den Regen in der Nacht waren diese alle mit Dreckwasser gefüllt und der Schlamm nahm einem immer wieder die Sicht. Plötzlich kam ein Viehgatter und da hatte es zwar zwei Möglichkeiten um drüber zu fahren, doch nur mit dem Auto. Nur rechts gab es Holzlatten und links waren längs Holzbalken gelegt. Diese waren vlt. 5 cm breit und dazwischen genauso viel Abstand. Ca. 1.5 Meter lang und darunter klaffte ein Loch, damit die Kühe nicht durchkommen. Die 5 Fahrer vor mir zogen plötzlich nach rechts und ich hatte keine Chance mehr, um zu reagieren. Doch für einen Sprung war ich zu langsam. Mir blieb allerdings nichts mehr anderes übrig und es reichte nicht. Ich schlug mit dem Vorderrad voll in die Kante am Ende des Loches und ich dachte vom Knall wäre die Felge gebrochen. Doch es war nur die Federgabel, die komplett durchschlug und irgendwie konnte ich mich auf dem Rad halten.

Lukas fuhr direkt hinter mir und bei ihm reichte es nicht. Es überschlug ihn über den Lenker und er schlug mit voller Wucht auf sein Knie und Schulter auf. Ein paar Fahrer dahinter zerschlug es ebenfalls (das ist einfach total daneben, dass solch gefährliche Stellen ungesichert sind!), doch bis auf Lukas fuhren alle weiter. Ich befand mich einmal mehr in meiner berüchtigten Etappenrennen – Situation. Nach einem Erfolg gestern würde heute wohl das Aus folgen, denn Lukas krümmte sich vor Schmerzen am Boden.

Auch die zweite Gruppe fuhr an uns vorbei, ehe Lukas sein Bike nahm und langsam weiter fuhr. Als ich das nächste Mal die Spitze sah, stoppte ich bereits 3 Minuten Rückstand und Lukas liebäugelte gar mit einer Aufgabe, da er solche Schmerzen hatte. Ich redete ihm Mut bei und versuchte, ein konstantes Tempo anzuschlagen. Von der Strecke spielte es heute nämlich keine Rolle, ob man in einer Gruppe fuhr oder alleine. Ich war mir sicher, dass wir bis am Ende noch ziemlich weit nach vorne kommen, denn wir überzogen bei keinem der extrem steilen Anstiege und die vorne kämpften um den Anschluss an die Spitze und „überzogen“ bei jeder Welle.

Tatsächlich holten wir immer mehr Teams ein, denn die Strecke war so unglaublich hart. Die Anstiege bis 30 % und dazu presste es einem der Schweiss aus jeder Pore! Wir hatten einen richtigen Flow und fuhren einfach unser Ding. Nach 60 Km holten wir die Gruppe von Rang 4 bis 8 ein und da schien es allen ziemlich „mies“ zu gehen. Die Podestplätze waren allerdings ausser Reichweite, doch wir zogen mit unserem Tempo gleich an der Gruppe vorbei. Da mit den beiden Tschechen Hynek & Stosek die Gesamtvierten dabei waren, liessen sich diese 5 Teams nicht so leicht abschütteln. Erst als wir nach 75 Km den Hauptanstieg des Tages (eine senkrechte Wand) erreichten, gab es Zensuren.

Ich fuhr den gesamten Anstieg von vorne und konnte alles hinauf fahren. Wenn sogar der diesjährige WM Zweite schieben muss, dann könnt ihr euch etwa denken, wie steil es sein muss!
Nach dem Gipfel folgten nochmals 20 Km Auf und Ab durch den Dschungel mit knietiefen Schlammlöchern und bis ins Ziel fuhren wir mit einem weiteren Team noch über 3.5 Minuten auf die Tschechen heraus und schoben uns als Tagesvierte auch auf den 4ten Gesamtrang vor!

Was für ein Ergebnis! Gezeichnet von der Strecke (am Ende waren es 100 km & 3000 Hm) und den Strapazen bin ich trotzdem super happy! Lukas ist ein unglaublicher Kämpfer und zum Glück teilen wir beide dieselbe Einstellung! Aufgeben tut man nicht so schnell und ein Rennen ist immer erst im Ziel vorbei!

Morgen geht’s wieder zurück an die Küste und mit 138 Km wird es wohl von alleine ein weiterer super schweren Tag werden!
Ich hoffe ich kann mich ausreichend erholen!

 

4.Etappe, „Motorschaden“ bei Lukas

Zum heutigen Tag mag ich eigentlich gar nichts mehr schreiben. Der Rennausgang sowie die komplett übertriebene, über 140 Km & 2’300 Hm führende 4. Etappe gab mir sprichwörtlich den Rest! Das einzig Gute am heutigen Tag war, dass er mir für meine Zukunftsentscheidung sehr viel weitergeholfen hat!

Nach 3 Nächten im Zelt, sollten wir heute wieder zurück nach Arraial in die Zivilisation kehren. Dass die auf 140 Km verlängerte Etappe für uns dann aber dermassen beschwerlich werden würde, damit hatten wir nach gestern nicht gerechnet!
Ohne Respekt vor der Distanz wurde auch heute wie bei einem Cross Country gestartet. Doch diesmal konnte ich mich wieder gut in den ersten Positionen behaupten. Nach ca. 10 Km flog Lukas ein Ast zwischen die Kette und das Schaltwerk und er musste kurz anhalten. Sofort wurden wir durchgereicht, da die Spitzengruppe noch immer sehr gross war. Doch bereits beim folgenden Anstieg hatte Lukas Mühe, den Anschluss zu halten und so mussten wir auf den nächsten paar Km zuerst die entstandene Lücke zufahren.

Kaum waren wir dran, kam der nächste steile Anstieg und erneut konnte Lukas nicht mitgehen. Die Körpersprache versprach nichts Gutes und mir war schnell klar, worum es ging. „Motorschaden“! Verzweifelt versuchten wir noch die zweite Gruppe zu halten, doch auch das klappte nicht mehr. Jetzt mussten wir nach 20 Km komplett raus nehmen und hoffen, dass es wieder besser laufen würde. Doch dies war nicht der Fall. Die nächsten 60 Km ging praktisch gar nichts mehr und in der Verpflegungsstellen hielten wir jedes Mal an und tankten Cola! Die Strecke liess auch praktisch keinerlei Erholung zu, denn es folgten unzählige kurze, aber sehr steile Anstiege.

Von Km 80 bis 100 folgte dann endlich eine offene Kiesstrasse und da schloss mit KTM ein weiteres Team zu uns auf und so konnten wir wenigstens die Arbeit im Gegenwind teilen. Zu allem Übel setzte auch noch Regen ein. Nach 110 Km war dann erneut der „Ofen“ aus und die restlichen 30 Km fuhren wir alleine quer durch den Dschungel bis ins Ziel. Ich zählte jeden einzelnen Km runter und die Zeit verging einfach nicht. Das Einzige, worüber ich dankbar war war, dass mein Bike trotz übelsten Bedingungen perfekt funktionierte!
Nach über 5.5 Std. erreichten wir dann endlich den Zielstrich. Gezeichnet von den Strapazen und einfach nur froh, überhaupt angekommen zu sein!

Für mich also einmal mehr eine kleine Enttäuschung bei einem Teametappenrennen. Doch heute machte es mir nichts mehr aus, denn dass was ich hier erlebe, wird mich in Zukunft prägen und gewisse Entscheidungen erleichtern!
Lukas war auch heute ein Kämpfer und dass was ihm passierte, durchlebte ich ja auch schon. Morgen steht ein Cross Country Rennen auf dem Programm, bei welchem jeder einzeln fahren muss und am Ende die beiden gefahrenen Zeiten addiert werden. Die Beine werden sicher schmerzen und mal sehen was die Motivation noch hergibt. Es ist erneut Regen gemeldet und in der Gesamtwertung sind wir auf den 7ten Rang zurückgefallen.

So oder so, die zwei Tage werden wir jetzt auch noch schaffen! Danach stelle ich das Bike für eine Weile in die nächste Ecke!

 

5.Etappe, Rang 6

Phuu, das tat heute aber dolle weh! Nach der gestrigen sehr langen Etappe stand heute ein 90 minütiges Cross Countryrennen auf dem Programm. 4 Runden a knapp 8 Km rund um Arraial. Die Strecke war richtig cool und bot alles, was es gibt. Technische Trails, schnelle flache Abschnitte durch den Sand und zwei extrem steile Anstiege. Diese waren gesäumt mit Zuschauern und ich hatte beinahe einen Gehörschaden! Ausgestattet mit Sirenen und Pfeiffen brüllten sie uns den Anstieg hoch und da hatte ich richtig Gänsehaut!

Start und Ziel war direkt am Sandstrand, doch Zeit um die tolle Atmosphäre zu geniessen hatte ich keine.
Heute erwischte ich nicht meinen besten Tag und mir fehlte der nötig gewesene Punsh.
Dazu holte mich heute doch ein wenig die Enttäuschung ein und ich konnte einfach nicht mehr ans Limit gehen. Die lange Saison und die letzten Tage haben Spuren hinterlassen und meine Bereitschaft auf das Brennen in den Beinen war nicht mehr bei 100%!

Lukas hatte dafür wieder etwas mehr Power als gestern in den Beinen und war ziemlich schnell unterwegs. Am Ende wurden die beiden Zeiten addiert und durch zwei geteilt und dann erhielt jedes Team die Durchschnittszeit, welche für die Gesamtwertung dazugezählt wird. Wir klassierten uns mit unseren Zeiten auf dem 6ten Tagesrang und liegen noch immer auf dem 7ten Gesamtrang. Viel Luft nach hinten haben wir allerdings nicht mehr, doch ob 7 oder 8 spielt am Ende glaub ich keine so grosse Rolle mehr. Die angestrebten Top5 sind nach Gestern sowieso unerreichbar.

Morgen stehen „nur“ noch 46 Km auf dem Programm und diese werden mit Sicherheit nochmals unglaublich schnell werden. Noch ein letztes Mal beissen, ein letztes Mal die Schmerzen ertragen und hoffentlich noch einmal ohne Sturz und Defekt durchkommen, dann haben wir auch dieses Rennen geschafft! Mein Körper & Geist sind leer und schreien nach einer Pause, diese werde ich mir ab morgen Nachmittag gönnen!

 

6.Etappe, Gesamtrang 7

Das war’s, der Brasil Ride 2019 ist Geschichte! Die heutige letzte, mit 45 Km sehr kurze aber umso intensivere Etappe brachte uns leider kein Glück mehr.

Ich erwischte einen richtig guten Tag und war motiviert, noch einmal das letzte bisschen Energie aus meinem Körper zu pressen! Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel gerade bei Etappenrennen auf der mentalen Ebene abgeht. Gestern tat es weh, ich hatte keine Motivation und die Beine schienen leer. Heute hatte ich extrem viel Dampf und fuhr die ersten 25 Km stets in den ersten 5 Positionen.

Dafür tat sich Lukas wieder etwas schwerer, doch als es in den 5 Km langen Singletrail ging, waren wir vorne mit dabei. Nach 30 Km folgte nach dem Trail eine Überquerung einer Asphaltstrasse und da schossen wir den ersten 5 Teams sowie dem Führungsmotorrad hinterher. Doch diese fuhren statt wieder in den Wald auf der Asphaltstrasse weiter. Ca. 2 Km lang fuhren wir komplett am Anschlag wie bei einem Verfolgungsrennen der Strasse entlang, ehe das Motorrad die Hände verwarf und umdrehte! Jetzt mussten wir also auch wieder alles zurück und natürlich war damit die Chance auf einen erneuten Top5 Rang dahin.

Auch die Energie und Motivation war auf einen Schlag weg und so fuhren wir die verbleibenden Km einfach noch irgendwie zu Ende. Profiteure waren die Specialized Fahrer Kulhavy & Ulman, welche sich den Sieg schnappten, da sie den Weg nach uns gefunden haben. Schlecht einfach auch von der UCI, denn diese garantiert „sichere“ Rennen und bei der Strasse hätte ein Streckenposten stehen sollen, doch der war noch nicht da. So oder so, am Ende verteidigten wir unseren 7ten Gesamtrang und waren beide einfach nur froh, dass Rennen beendet zu haben.

Den Brasil Ride werde ich mit Sicherheit nicht mehr so schnell vergessen! Eine harte aber gute Erfahrung, die meine Grenzen einmal mehr verschoben haben! Falls ich hier nochmals antreten würde, dann wüsste ich ja jetzt, was auf mich zukommen würde und dementsprechend könnte ich mich auch besser vorbereiten! Die Harmonie mit Lukas war perfekt und wir ergänzten uns extrem gut. Dies wussten wir im Vorfeld ja nicht und ich gewann in den letzten Tagen eine neue Freundschaft! Danke Lukas für dein Vertrauen in mich!

Ich persönlich bin extrem happy mit meiner Leistung und vor allem sehr froh, dass ich ohne jegliche Beschwerden 7 Tage lang „ballern“ konnte! Keine Knieschmerzen, kein Rückenweh und keine verkrampfte Wade! Alle Probleme, die mich die ganze Saison beschäftigten waren weg! Das Einzige, was richtig leer ist, ist im Moment der Kopf und ich brauche einfach nur Abstand vom Rennen fahren!
Jetzt habe ich ja aber zum Glück genügend Zeit, um mich wieder aufzuraffen und die Speicher zu füllen!

Bereits Morgen Sonntag werde ich zurück in die Schweiz fliegen und ab Montag den Temperaturschock von gut 30 Grad verkraften müssen! Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle meinem Sponsor Intercycle, dass ich dieses Projekt verwirklichen konnte!

Jetzt setze ich mich unter die nächst gelegene Palme und gönn mir ein Eis!

 

 

 

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